Brighton Pier
Montag, 23. Februar 2009
Infantil und zu laut
Wenn man im ICE unterwegs ist, dann sitzt man in einem ziemlich eigengeräuscharmen Verkehrsmittel, oft sogar anders als im Auto. Dadurch steigt allerdings auch die Gefahr, daß man die Telefonate und Gespräche von Mitreisenden mitanhören muß.
In der Regel nerven die Telefonate, da sie selten interessante Inhalte haben und ständig durch die auftretenden Empfangsstörungen in einem "...hallo?...hallo...hörst du mich noch?...Ringring...ja, du warst eben weg...aber jetzt geht's wieder...hallo?...ja jetzt hör ich dich wieder...ja, ich sitze im Zug..."
Manchmal hat man ja Glück und die Telefonierer sind genervt und kommen zu dem Schluß, daß das Telefonieren in den Zügen der DB nicht sinnvoll ist. Daß man aber mal die Nichterreichbarkeit als wertvoll zu schätzen weiß, dazu kommt es selten.

Es mag fies klingen, aber was aber wirklich nervt, sind Heimkinder im Teenageralter, die mit Ihren Betreuern unterwegs sind. Da wird stundenlang unablässig einseitig gequatscht. Man hat das Gefühl, die haben Angst während der Zugfahrt die Sprache zu verlernen, wenn sie nicht die ganze Zeit unaufhörlich plappern würden. Und da diese Jungendlichen natürlich wenig Taktgefühl besitzen, weil Sie solches in Ihren Einrichtungen kaum gebrauchen und deswegen nicht lernen, sprechen Sie recht laut. Die Sätze sind meist sehr kurz und folgen oftmals nicht den gängigen grammatikalischen Regeln. Der Inhalt ist oft extrem trivial oder auch provokant oder genervt. Gerne wird der Betreuer oder die Betreuerin mindestens in jedem dritten Satz direkt angesprochen. In der Regel lassen sich die Betreuer natürlich siezen, manchmal aber seltener auch der Vorname und "Sie". Es kommt vor, daß sich diese infantilen Alleinunterhalter inhaltlich verhaspeln, was dann in der Regel von eigenem Gelächter gefolgt wird.

Man erhält so unweigerlich einen Eindruck in die banale Welt dieser Jugendlichen, und man weiß nicht, ob man sie bemitleiden soll oder das Gequatsche hassen soll. Ich entscheide mich für die kostenfreie, interessante Sozialstudie, die sich aus dem Zuhören ergibt. Die (quasi-)Monologe lassen sich übrigens nicht mal durch den Gebrauch von MP3-Playern oder Konsolenspiele oder dem Genuß von Speisen (immer Kaugummi, manchmal Brötchen) und Getränken (meist Eistee, manchmal Cola) stoppen.
Nur wenn man wirklich müde ist, schafft das Geplauder mich sanft in den Schlaf zu begleiten...

*sänk ju vor träwelling wiss deutsche bahn*

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