Brighton Pier
Montag, 26. April 2010
36 Minuten nach dem Aufstehen
Das war gestern wieder einer dieser Abende. Ich total kaputt vom Ernteeinsatz Renovieren und nur noch schnell etwas Essbares beim Vietnamesen (hoffentlich nix mit Hund) geholt und gegessen. Und danach aber dann sowas von schnell ab ins Bett. Wäre ich nicht so schnell in die Horizontale gekommen, wäre ich unterwegs von Küche in Richtung Bett (ja, geduscht hatte ich, nur die Zähne hatte gestern Abend ausnahmsweise Schonprogramm) eingeschlafen. Naja, jedenfalls kaum liege ich so halbwegs, übermannt mich auch schon der gute alte Schlaf. Nicht daran denkend, sowas wie Wecker stellen und so. Nein, hauptsache eingeschlummert.
Und dann heute früh, mit einem Mal senkrecht im Bett gestanden, die Uhr ohne Weckauftrag zeigt 8:14! Auweia, mein Zug nach NRW fährt um 8:50. Rein ins Bad, Duschersatzprogramm (hatte ja abends geduscht), rasiert und jetzt die Zähne aus dem Schonprogramm rausgeholt und losgehst. Äh, es mag nach Gebiss klingen, aber es sind schon echte Zähne. Noch mit Wurzel und kerngesund.
Also, raus aus dem Bad, rein in die Klamotte und schnell das Taxi bestellt.
Um 8:25 stieg ich auch schon ein. 25 Minuten quer durch die überfüllte Stadt.
Der Taxifahrende Mohr war bewundernswert. Extrem relaxed und aber absolut auf den Punkt, was die Pünktlichkeit betraf. 5 Minuten vor der Angst, war ich dann da. Und als ich den Bahnsteig erreichte, stieg man gerade erst ein, quasi 36 Minuten nach dem aufstehen.

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Dienstag, 2. Februar 2010
Metal & Jazz oder Bohlen & Effenberg
Irgendwie bin ich in der Zeit stecken geblieben. Ich bin noch immer am Sonntag in der verbotenen Stadt beim Brunch in einem Café sitzend, dessen Bedienung eine hervorragende Muse abgeben würde. Ich bin beeindruckt. Auch darüber, daß sie die Ruhe und Freundlichkeit behält, trotz großer Geschäftigkeit. Sowas findet man in der Hauptstadt nur äußerst selten. Wie so oft bekommt man schon beim Hereinkommen mit einem Blick mitgeteilt, welchen Beat der Biorythmus der Bedienung heute schlägt. In Berlin meist Death Metal oder Free Jazz oder gerne auch beides zusammen. Aber ich darf nicht träumen, ich muß die Uhr im Blick behalten, damit ich nicht unerwartet eine Stunde länger in dieser Stadt bleibe. Und so Blicke ich abwechselnd meinen Gesprächspartnern und meinem Telefon ins Antlitz, welches mir nicht nur die aktuelle Tageszeit, sondern auch die Abfahrt des Busses vor dem Café und auch die Abfahrt des ICE anzeigt. Kann also nix schiefgehen.
Während den Gesprächen bekomme ich von meinem liebsten Freund wieder eine DVD zugesteckt. Hurra! Da er in England wohnt, bekomme ich immer mal wieder Reportagen von Channel 4 auf DVD geschickt oder eben direkt übergeben. Diesmal gab es 180 min Gordon Ramsey's Travel to India. Sehr gut, dann ist die Zugfahrt gleich entspannter.
Und dann plötzlich, ach Mist, ich bin 5 Minuten in Verzug. Es folgt ein Aufbrechen Hals über Kopf. Aber es müssen ja noch alle verabschiedet werden und Zahlen muß ich ja auch noch. Vor dem Café stelle ich and er Haltestelle fest, daß die 5 Minuten Verspätung genau 5 Minuten zuviel sind. Nächster Bus in 10 Minuten, Ankunft am Hbf 5 Minuten zuspät. Erwarteter Fußweg, punktgenau zur Abfahrt. Okay, ich entscheide mich für den Fußweg und gebe Gas. Wintersonne und Ambiente erinnerten mich an Norditalien, leider immer, aber es ist und bleibt die Verbotene Stadt. Halb schlitternd, halb laufend erreiche ich erfreulicherweise den (pünktlichen) Zug 8 Minuten vor Abfahrt und finde sodann meinen obligatorischen Tischplatz.
Nach 180 Minuten Reportage, kenne ich jetzt auch Gordon Ramsey, der eine Melange aus Dieter Bohlen und Stefan Effenberg sein könnte. Diese Gossensprache ist wirklich großartig. Nicht daß ich das gerne adaptieren möchte, aber auf Englisch klingt das eben doch besser, als auf Deutsch.
Zwischendrin der Anblick aus dem Zugfenster: Ein Meer aus Plattenbauten und rostiger Industrie, das ist Jena-Paradies. Man stellt sich das Paradies doch eher anders aus. Kurz danach, die Stelle wo der ICE immer im Schritttempo schleicht, daß ist die eigentliche schöne paradiesische Aussicht: Alles sieht aus, wie die heile Welt der heimischen Märklin/Fleischmann H0-Anlage.
Dann übermannte mich der fehlende Schlaf und so merkte ich auch nicht, daß die Verspätung diesmal nur 15 Minuten betrug.

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Montag, 1. Februar 2010
Verspätet, bepinkelt und angeschrien*
Leider kann ich immer nicht mit solchen tollen Reisegeschichten aufwarten, wie Herr Cab. Bei mir sind es einfach nur die immerwährenden Zugverspätungen. Die aber eben verlässlich bei jeder(!) Fahrt auftreten. Und in der Regel pendelt sich das auch wirklich auf durchschnittlich 60 Minuten Verspätung pro Fahrt in diesem Jahr ein. Leider so auch beim Wochenendtrip in den Süden, in die Verbotene Stadt.
Anläßlich eines runden Geburtstages meines besten Freundes nahm ich doch widerwillig aber mutig die Reise auf mich. Doch schon auf dem Bahnsteig wurde mir klar, es ist nicht wie immer, aber doch irgendwie wie gewöhnlich. Als ich mich durch die Menschenmassen gekämpft hatte und meinen obligatorischen Tischplatz erreicht hatte, was diesmal auch gemeiner Weise durch die Bahn mit veränderter Wagenreihung erschwert wurde, standen in allen Gängen Russen mit einem Haufen Gepäck. Erst überlegte ich noch, ob ich den Transitzug Paris-Berlin-Moskau versehentlich bestiegen hatte, aber dem war zum Glück nicht so.
Der russische Geschrei wurde aber immer lauter und Gang auf und Gang ab waren schon Handgemenge und Raufhändel zu sehen. Plötzlich tauchte aus der Menge eine Art Babuschka auf, eine ältere Frau mit gestricktem Kopftuch darüber eine Wollmütze und darüber noch die Anorakkapuze. Mit glasigen Augen und rotgeäderten Wangen schrie sie auf mich ein. Leider konnte ich Ihr nicht folgen, da ich zwar sehr dicht an der Zonengrenzen aber eben auf der Seite aufgewachsen bin, wo man als Fremdsprachen Englisch/Französisch (alternativ für Latein) zu lernen hatte. Daß es sich bei diesen Worttiraden nicht um ein fröhliches Hallo, wo fahren Sie denn hin? Etwa auch in die Skiferien? Und was machen Frau Mama und Herr Papa, alle wohl auf? handeln kann, sondern einem Machst Du uns endlich Platz, du Flegel! Hier Reservierung ist uns!, war mir eigentlich schon klar. Leider sah ich mich außerstande ihren auf Russisch gebrüllten Befehlen Gehorsam zu leisten, denn außer in Luft auflösen war da wenig möglich.
Nachdem sich die Lage dann schon etwas zuzuspitzen schien, und kleine Kinder schon mißhandelt wurden, sah ich ein, wie aus meinem Tischplatz-Stalingrad den Rückzug anzutreten. Mit einem Ausfall, erreichte ich mit massivem Schieben und gleichzeitigem Nachrücken dann irgendwann den Ausgang. Dort musste ich beim nächsten Halt nach ca. 10 Minuten (Südkreuz) nur noch den Polizisten zu Seite drängen um ins Freie des Bahnsteiges zu schlüpfen. Wie ich erwartet hatte, gab es große Konfusion wegen der verkehrten Wagenreihung. Dieses Chaos konnte ich nutzen um mich bis zum 1.Klasse-Waggon vorzuarbeiten. Dort hinein gesprungen hörte ich zwar kein russisches Geplärre und Gezänk mehr, dafür war es aber hier trotzdem so voll, daß man komplett in den Gängen stehen musste. Die erste halbe Stunde der Fahrt, war das Unterhaltungsprogramm das einer Großfamilie die meinten, Ihren kompletten Hausrat erstmal in die eine Richtung durch den Waggon zu hieven und dann nach etwa 15 Minuten das ganze wieder in die andere Richtung zu buchsieren. Nachdem das dann irgendwann geschafft war, kehrte langsam Ruhe ein und ich ließ mich auf den Boden nieder und beschäftigte mich mit einem bekannten Brettspiel auf meinem iAngeberPhone. Wie ich da so saß, bemerkte ich nicht, daß dieser Vater (so eine Art Vadder Abraham) der Kofferkarawane vor mir stand und vorbei wollte. Irgendwann sagte er dann recht laut, Lassen Sie mich durch oder ich pinkele sie an. So aufgeschreckt und unter den Augen aller Mitreisender machte ich ihm Platz, bevor er sich noch umentscheiden konnte, was den Aggregatzustand seiner Zuwendung anging.


*(Bitte beachten Sie, daß dieses Musikbeispiel nur in Anlehnung an den Blogeintrag eingesetzt wurde):

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Montag, 18. Januar 2010
Was muß eigentlich heute noch sein?
Seine Sie gewarnt, vor der Länge des Textes. Aber ich bin auch dafür länger unterwegs, als mir an einem Montag lieb ist.

Heute früh stehe ich wie sooft am Bahnhof, weil ich in eine andere Stadt fahren muß, um einen Termin wahrzunehmen. Doch was muß ich sehen, als ich ausreichend früh den Bahnsteig erreiche? ICE 0815 entfällt. Och nee, erst gestern Abend erfuhr ich in den Nachrichten davon, daß die ganzen Verspätungen und sonstige Störunge der Bahn zu etwa 90% nichts mit dem Winterwetter zu tun haben, sondern angeblich damit zusammen hängen, daß die Bahn aus Spargründen längst fällige Wartungsarbeiten an Technik und Material nicht mehr erledigt. So wollen es Christian Esser und Astrid Randerath herausgefunden haben und haben es in Ihrem Schwarzbuch Deutsche Bahn veröffentlicht. Mir erscheint der Bericht in den Nachrichten wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. So stand ich jetzt auf dem Bahnsteig und höre die Durchsage aus den Lautsprechern, aber die bestätigt nur das, was ich eh schon gelesen habe. Es gibt keinen Hinweis auf eine ausweichende Lösung. Doch die kommt nach etwa 15 Minuten in Form eines IC am Bahnsteig gegenüber. Doch bevor der Zug einfährt schicken unterschiedliche Ansagen vom Band die erstklassig Reisenden erst ans eine Ende des Bahnsteiges um Sie dann nach etwa 5 Minuten wieder ans andere Ende zu schicken. Was letztlich dann egal ist, weil soviele Menschen in den Zug drängen, so daß selbst Sitzplätze wie das Klo mit zwei Bahnreisenden besetzt ist. Alle anderen stehen dicht gedrängt in den Gängen und sogar in den Übergangsschleusen der Waggons. So fahren wir genau eine Station bis zum ca. 15 Minuten entfernten Regionalbahnhof, dann erschallt blechern über die Lautsprecher der Zugchef, der damit droht, man würde nicht eher weiterfahren, bis nicht 100 Mitreisende sich entschließen auf dem Regionalbahnhof zu Zurückgebliebenen zu werden. Nach etwa 15 Minuten entschließe ich mich auch auszusteigen, da ich damit rechne mit der S-Bahn zurück zum Hauptbahnhof fahren und in den nächsten ICE springen zu können. Ein Vabanquespiel. Ich setze auf die S-Bahn, wohlwissend, daß auch sie ein Unternehmen der Deutschen Bahn ist und nicht gerade zu den schnellsten gehört. Also das "S" steht in keinem Fall für "Schnell". Und so ist es auch, ich verpasse um exakt 5 Minuten den Nachfolge-ICE. Also muß ich eine knappe Stunde warten.
Während ich mein Warten in einem der Schnellcafés des Weltstadtbahnhofs verbringen möchte, suche ich erstmal nach einem, mit Steckdosen in der Nähe der Tische, da mein Notebook-Akku nicht mehr der ausdauernsde ist. Von 7 auf der Ebene hat keines Steckdosen. Auch so ein Ding. Das darauf die Ladenplaner nicht kommen, daß ungewollt wartende Reisende auch mal ein elektronisches Gerät mitführen, deren Batterien so schwach sind, wie die Servicebereitschaft der deutschen Bahn.
Aus Verzweifelung kaufe ich einen "Pott" Maschinenkaffee und einen Marmorkuchen. Danach ist mir schlecht. Bahnfahren übersäuert, lassen Sie sich das sagen.
Um irgendwie meinen Ärger zu kanalisieren gehe ich in den "Jungfrauen"-Store und kaufe mir das Schwarzbuch Deutsche Bahn. Und das werde ich jetzt ständig auf Reisen mitführen und immer demonstrativ auf den erkämpften Tischpaltz legen.

Endlich kommt der Nachfolgenachfolge-ICE. Meinen Termin habe ich auch bereits auf 2 Stunden nach hinten schieben können.
Das schönen aber an diesem Zug, es ist einer dieses ausrangierten Nobelzuges mit dem damaligen Namen "Metronom", der einige Jahre nur zwischen Köln und Hamburg pendelte. Anstatt 4 Sitze in einer Reihe wie im ICE, sind es hier nur 3. Und vom Design lehnen die sich an den Eames Lounge Chair an. Schön mit weichen Leder bezogen. Ansonsten ist der Rest der Zugausstattung komplett aus Buchenholz und Edelstahl. Ein Genuß.
Doch dieser Genuß währt nicht lange, hinter mir nimmt ein Vater mit seinem Kleinkind mit einem Namen wie hier ein (Suchen Sie sich einen Namen aus, er passt auf alle Fälle). Diesem Kind wird pausenlos alles erklärt und jede Entgegnung des Kleinen wird mindestens einmal wiederholt. Das halte ich nicht aus. Bob Marley hilft.
Plötzlich setzt sich, als wir an dem Regionalbahnhof halten, an dem ich heute schonmal ausgestiegen bin ein junger Mann vor mich. So eine Art Muttersöhnchen aus wohlhabenden Verhältnissen, denke ich, aber mit so komischen Gesicht und durchdringen Augen, so eine Art Habichtgesicht. Okay besser als diese schlimme Edelbrut, die hinter mir gerade den Klapptisch maltretiert, der auf der Rückseite meines Sitzes noch nicht so nachgibt, wie dieses Yuppiegezücht möchte.
Plötzlich werde ich durch zuckende Bewegungen meines Gegenübers auf ihn aufmerksam. Ich starre ihn an und überlege, ob der Habicht gerade mit einem unsichtbaren Angreifer ficht oder macht er vielleicht doch eher Tai Chi oder Qi Gong? Ich bin ratlos, muß ich helfen? Epilepsie ist eine ernstzunehmende Gefahr. Dann erkenn ich, daß er dazu die Lippen bewegt. Ich nehme die Kopfhörer ab um zu hören, was er mir sagen will. Aber der Habicht bleibt stumm. Er schaut mich an und hört mit dem Gehampel und dem Schürzen der Lippen auf. Dann kramt er in der Tasche herum und holt eine Partitur heraus. Aha, ein Sänger oder ein Dirigent. Alles gut, ich schaue dann zusammen weiter mit Bob Marley aus dem Fenster und frage mich, was heute noch so auf dem Plan der Überraschung steht...

Fortsetzung folgt, der Tag ist ja noch lang.

Update
Und es geht noch besser. Allerdings nichts, was mit der Deutschen Bahn zutun hat. Nachdem ich gerade wieder auf dem Rückweg, diesmal in der ersten Klasse, weil der Zug überfüllt ist, sitze, erreichen mich Emails, daß mein Auto gestohlen worden ist. Anscheinend wurde es von der Polizei sichergestellt. Ich bin gespannt, wie es aussieht, ich bin damit ja erst ganze 1.500 km gefahren. Alles nicht gut, gar nicht gut.

Update 2.0
Okay, gestohlen wurde es nicht, sondern einfach nur aufgebrochen und zumindest die sympathische Frauenstimme fehlt jetzt. Allerdings steht es jetzt irgendwo auf einem Polizeigelände in einer Gegend, wo ich eher erwarten würde, daß man dort Autos aufbricht.

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Mittwoch, 13. Januar 2010
Die Minutenschinder der Bahn
Ich bin in diesem Jahr bisher sieben mal mit der Bahn unterwegs gewesen und habe dabei 410 Minuten Verspätung gesammelt. 410 Minuten sind insgesamt 6 Stunden und 50 Minuten, oder anders gesagt pro Fahrt knapp 59 Minuten. Eigentlich schlimm, denn was hat die deutsche Bahn dafür getan, was gab es als Ausgleich? Leere Entschuldigungen und teilweise auch blöde Sprüche. Von den neuen Fahrgastrecht habe ich nichts mitbekommen. Erst gestern sagte mir ein uniformiertes Menschenimitat, daß man bei 57 Minuten leider nichts machen könne, eine Entschädigung gibt es erst ab vollen 60 Minuten.
In diesem Moment kann man der Bahn nichts sehnlicher wünschen als den baldigen Börsengang. Aber ich glaube selbst da, werden letztlich wieder die Fahrgäste die Zeche zahlen.
Warum das so ist, will mir nicht wirklich in den Kopf. Natürlich gestehe ich zu, daß auch mal Weichen einfrieren können, aber ich bin mir sicher, daß es dafür Lösungen gibt. An meinem Auto gibt es nicht nur beheizte Scheiben, sondern auch beheizte Außenspiegel.
Und letztlich hatten wir in den letzten Jahren ja eher milde Winter, in denen sowas trotzdem auftrat. Aber nun gut.
Wenn ich mir die ganzen Ausreden mal durch den Kopf gehen lasse: Betriebsstörung, Sörung im Zugfahrzeug, Signalstörung, Weichenstörung, liegengebliebene Züge, entgleiste Züge und dies sind nur die saisonalen Probleme. Nehme ich dazu die Achsenprobleme und die nicht erfolgten Wartungsintervalle und lasse mir jetzt diese ganze Sache während einer Fahrt im ICE mit knapp 300 km/h so durch den Kopf gehen, möchte ich doch lieber die Strecke zu Fuß zurück legen. Offenbar muß die Deutsche Bahn ja nur aus zusammengeflickten Altmaterial bestehen.
Wann wird denn die Bahn endlich mal mit ihrer Technik und ihrem Service in der Gegenwart ankommen? Es heißt doch immer die Bahn kommt.

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Montag, 11. Januar 2010
Ziegenbärtchen-Soz-Päd-Student trinkt kalten Glühwein
Es gibt schon sehr merkwürdige Menschen. So diese Art Ziegenbärtchen-Soz-Päd-Student, der irgendwo in den Nova Cinque Terre zusteigt und sich mir am Tischplatz im ICE gegenübersetzt. Unfreundlich wie man so ist, grüßt dieser Bummelstudent mit seinen 22 Jahren (konnte ich auf seiner Ausweis Kopie sehen, die er mit anderen Papieren auf dem Tisch ausbreitete) natürlich nicht. Neben seinen Soz-Päd-Utensilien packte er eine Federmappe und einen ständig tropfenden Füller aus und begannn sehr lang einen Brief auf einem bereits benutzten roten Geschenkpapier zu schreiben. Irgendwie komisch, er hatte auch ein Collegeblock und so eine Art großes Moleskine dabei. Und dazu noch weitere leere DIN A4 Blätter, schreibt aber lieber auf Geschenkpapier. Nachdem er dann irgendwann scheinbar mit seinem Brief zufrieden war und ihn wegpackte, holte er eine Flasche fervor. Trinken muß man ja immer, vergesse ich auch oft. Aber in meiner Tasche findet sich eine mitgeführte Minralwasserflasche. Der Student allerdings führt leiber eine Flasche Gerstacker Glühwein mit, den er öffnet und sich das kalte alkoholisch-süße Getränk aus der Flasche in den Schlund rinnen lässt.
Danach geht's weiter mit einem weiteren Brief, diesmal aber auf weißem Papier, während der ICE tapfer gegen die 10 minütige Verspätung ankämpft.

In Frankfurt trennen sich unsere Wege und ich werde für so böse Gedanken mit einem Zug bestraft, der 60 Minuten Verspätung hat. Nun gut, dann muß es dieses Mal aber wenigstens das 25%-Sofort-Cash-Goodie geben.

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Freitag, 8. Januar 2010
Durch Graustufen schaukelnd
Morgens noch müde. Langsam schaukelt der Zug durch die verschneite Landschaft, eine Welt in Graustufen, entweder hell weiß oder tief schwarz. Selbst die Äste sind schneeweiß. Kaum Unterschiede sind zu sehen, ein weißes Tischtuch liegt über allem. Wieder 30 Minuten Verspätung. Wieder zu spät zum Termin. Egal, im Ohr die reduzierte Schwarzweißmusik einer Freundin. Eine schöne Stimme hat sie, hätte ich nicht gedacht. Dunkler als man es von dieser zarten Person erwartet.
Die Städte ziehen vorbei und jedes mal bleibt die Verspätung. Jedes mal eine Entschuldigung. Unnötig, nervend. Langsam wird weitergeschaukelt und dann plötzlich da. Unfassbar und unerwartet. Schnell alles zusammenpacken und den Zug verlassen, bevor er wieder weiterschaukelt mit den Entschuldigungen. Vielen Dank für das Reisen mit der Deutschen Bahn. Nix zu danken, eine andere Wahl hat man kaum. Man liefert sich zwangsläufig aus und bleibt Opfer der Uhr.

Termin. Auch hier Entschuldigungen. Aber eigentlich nicht erwartet und auch nicht angebracht. Einige Witze über die Abenteuer einer Bahnfahrt erzeugen Lacher. Gute Grundlage. Schneller als jeder Zugchef ist man durch, durch das Pflichtprogramm. Dann noch ein kurzes Abstimmungsgespräch. Man irrt in einer Bahnhofsbaustelle umher, nach einer Möglichkeit sich zu setzen und die Dinge zu klären, doch vergebens. Umbauchaos, also wieder raus aus dem Bahnhof und in ein nahegelegenes Café.
Alles in aller Kürze und schon muß man wieder hetzen, den Zugführer warten ungern. Aber am Bahnsteig angekommen, bin ich es wieder der wartet, immer wieder der Fahrgast. Aber nur 5 Minuten, alles erträglich.

Kaum habe ich meinen Platz am Tisch an der einzigen Steckdose eingenommen und Büroelektronik ausgepackt, kommen wieder die Entschuldigungen. Doch nichts hilft, an jedem Bahnhof wird die Zeit gedehnt. Am Ende schaukelt sich der Schnellzug wieder in einen Zeitverzug von 45 Minuten hinein. Schuld sei eine Streckenstörung, die schon Stunden hinter einem liegt. Man versteht es nicht, ist man nicht Bahnangehöriger. Unendliche Müdigkeit. Im Zug sind auch die Stehplätze besetzt. Und das Ziel will und will nicht näherkommen.

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Montag, 4. Januar 2010
Kein Begrüßungsgeld in Essen
Dieser DrecksICE. Eigentlich positiv erstaunt war ich heute früh nach dem ich, ach gar nicht mal. erst stand ich noch am Zubringer S-Bahn-Bahn-Bahnhof und wartete und wartete in Gedanken schon an eine der vielen Schlagzeilen aus dem vergangenem Jahr aus Berlin als Erklärungen, warum die S-Bahn nicht führe oder fuhr. Heute früh dann doch nur 15 Minuten im Berufs-ÖPN-Verkehr gewartet um dann wirklich noch mit aller Gewalt in den Waggon gedrängt, so daß aus dem Inneren schon Schmerzens- und sonstige Aufschreie kamen. Die Aussage man könne ja auch die nächste Bahn nehmen ignorierte ich, weil ich hätte doch wegen des ICE der sicher pünktlich fährt nicht eine spätere nehmen können. Und ehrlich gesagt, dieses junge Ding sah nun auch nicht gerade danach aus, als wenn von Ihrem Job irgendwas abhängt, gehässig gesagt.
Am Hauptbahnhof aus dem Waggon gespült stellte ich dann erfreulicherweise fest, daß der ICE nach Essen doch pünktlich fährt. Aber es ist doch Winter, es leigt doch Schnee, es ist doch kalt...Nein, nein, die Bahn macht solche lustigen Späße wie im vergangenem Jahr mit mir nicht mehr, wo ich einmal 6 Stunden später ankam.
Aber kaum fuhren wir los, wunderte ich mich schon über die wahnsinnige Geschwindigkeit des Zuges. Ein Robert Enke hätte die Bahn im stolpernden Spazierschritt im Gleisbett sicher schnell abgehängt. Und dann waren es ganz schnell schon 15 Minuten Verspätung, und wir hatten noch nicht mal die weitläufigen Ländereien des Bundeslandes Berlin hinter uns gelassen.
Zeit genug für den Zugschäff um sich wieder tolle Ausreden einfallen zu lassen. Diesmal war es eine Signalstörung. Dann irgendwann vor dem ersten relevanten Stopp am Bahnhof Wolfsburg blieb der ICE einfach mal in einer kurve bei einer Neigung von gefühlten 45° Grad stehen. Wir fahren gleich weiter hieß es. Ja, ja, das kenne ich schon. Nach etwa 45 Minuten war es dann auch soweit. Ich hatte es mir schon in meiner stabilen Seitenlage mit dem Laptop unterm Kopf bequem gemacht. Durchgesagt wurden aber nur 30 Minuten. Da fiel mir meine Dollarzeichen auf den Pupillen ein und ich erinnerte mich daran, daß im letzten Jahr die abgeordneten Volksvertreter mehr Rechte für Bahnfahrende beschlossen hatten. Aha. Am Internet war ich eh angedockt, also einmal Bahnkunderechte kugeln. Und siehe da. Die Financial Times Deutschland berichtet Ende April von 25% Sofortrabatt also Bares auf eine Stunde verspätung und 50% Sofortkohle bei mehr als 2 Stunden. In meinem Fall könntes es knappe 25 Euro sein, also auf die Uhr schauen. Und man mag es glauben oder nicht, der lisbelnde SSSSSugssssäff sagte zwar immer konsequent 50 Minuten Verspätung an, aber es waren immer einige Minuten mehr. Jetzt kurz vor meinem Zielbahnhof kann ich mir die 25 Euro Begrüßungsgeld abschminken, weil mir einfach 4 Minuten von 60 fehlen. So ein Ärger.


Update
Und leider steht auch die Rückfahrt unter keinem guten Stern. Nicht nur daß der Termin doch länger dauert und ich somit eine Zug 2 Stunden später nehmen muß, nein, dieser Zug ist auch schon bei der Abfahrt 50 Minuten verspätet. Und da mein bevorzugter Zug ein anderer war, bekomme ich trotz dieser erlittenen Verspätung keine monetären Entschädigung. Wie man es macht ist es falsch. Das einzige ist, daß ich einen Sitzplatz mit Tisch und Steckdose erkämpfe, aber das ist eigentlich fast immer der Fall.

*sänk ju vor träwelling wiss deutsche bahn*

Update vom Update
< genervt >
Letztlich 2,5 Stunden Verspätung mit dem Zug. Heute früh 1 Stunde, heute Nachmittag 1,5 Stunden.
< /genervt >


Stehplatz im Regionalexpress

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Freitag, 23. Oktober 2009
Crescendo 3er Berliner Pumpguns unnötiger Laberei
Draußen zieht in grau die Landschaft vorbei, und der Zug hat die übliche Verspätung von knapp 10 Minuten. Das reicht um Anschlußzüge zu verpassen, allerdings stört mich das wenig, weil ich mich auf die Fahrt ins Wochenende befinde. Die Fahrt zu Filmen im Puschenkino, zu Schaumbädern in meinem Bad, zu Frühstückbuffet mit der Volvo-Frau, zum Aufbau meines zweiten Billyregals, zum Aussortieren der ganzen Immo-Mails, zu nasskaltem Wetter in der Hauptstadt, zu einem kostenfreien Robbie Williams-Konzert ca. 400 Meter Luftlinie von meiner Badewanne, zur Herstellung der Mixtape-CD für die Musik-Frau und letztlich zum Ausschlafen auf der eigenen Matratze. Da bin ich Sultan, da liege ich flach.
Vorher heißt es noch diesen 3 Berliner Pumpguns unnötiger Laberei während der Fahrt von Hamm bis nach Berlin auszuhalten, ohne mit blutenden Ohren anzukommen. Wie kann man stundenlang in einer Tour zu berlinern...!

Das ganze scheint so langsam in ein Stimmencrescendo zu gipfeln. Bitte Berliner Hauptbahnhof, bitte laß uns schnell ankommen.


Update
Irgendwann muß dann doch der Zugbegleiter kommen und dem Mann mit den 2 nervenden Kindern erklären, daß sich die Mitreisenden gestört fühlen.
Das nutze allerdings wenig, denn das ist eine willkommene Abwechslung dann direkt die einzelnen Leute anzusprechen, die eigentlich nicht angesprochen werden möchte.
Was es für Menschen gibt...

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Donnerstag, 22. Oktober 2009
Uzi-Uschi oder der Schnitter in Waggon N°5
Neuer Tag, neues Glück. Nach dem Ärger gestern, der sich zum Unerträglichen aufstaute, sitze ich heute zur Abwechslung wieder vor dem Aufstehen im Zug und kann die Gedanken ein wenig in der noch morgengrauen Landschaft umherfliegen lassen, wenn nicht ständig die Geräusche von Kampfesgemetzel an mein Ohr dringen. Nein, ich habe noch nix getrunken, sondern schräg gegenüber sitzt so eine Art Pixelschubserin (so würde ich sie beruflich einordnen) und spielt irgendwelche Killerspiele mit Maschinegewehrsalven und Schreien. Ich wundere mich, daß bisher noch niemand etwas sagt. Sonst regen sich die Leute doch immer gleich auf. Okay, wir sitzen ja auch im Zug und nicht in einem Gymnasium auf dem Lande, wo man dann Angst haben muß, daß die junge Frau, die aussieht wie eine Soulsängerin mit ihrem Afrolook (so hießen doch diese Frisuren in den 70ern), gleich aufspringt und eine Uzi aus der Tasche zieht. Bei dem Wort Uzi fällt mir ein, daß das mein Lieblingswort war, als ich so im Vorteenageralter mit meinen Klassenkameraden über derlei Kriegsspielzeug sprach. War also auch ein potentieller Amokläufer damals? Fehlte mir nur das Coming Out, weil die Killerspiele damals noch Pac Man hießen? ich werde aus den düsteren Gedanken gerissen, weil einige Sitze weiter jemand lautstark schläft. Ein Anfänger, daß bekomme ich aber um ein vielfaches lauter hin. Mal sehen, ich schließe jetzt die Augen und versuche meine Mitreisenden im Waggon zu beeindrucken. Wenn man hier nix mehr leist, hat die Soul-Killer-Tante ihre Uschi Uzi gezückt und mich und meine unschuldigen Mitreisenden wegen meines Schnarchens wie der Schnitter einmal durch den Waggon gemäht.

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